Der Tod der Raupe, ist die Geburt des Schmetterlings
Bundeswehr...

So, die ersten Wochen Bundeswehr sind überstanden. Neben vielen lustigen Sachen habe ich auch schon viel Schmerz erlebt. Der innere Schweinehund blockiert doch recht häufig den Sprung. Bis an die Grenzen gehen, und darüber hinaus. Nicht aufzugeben, sondern zu kämpfen. Dies ist einer der Punkte weshalb ich meinen Grundwehrdienst ableiste. Selbst kotzen zu müssen aber noch andere mitschleifen, die am Ende sind. Da ich aber keineswegs einsehe meinen Geist kastrieren zu lassen, bleibt der kleine Rebell bestehen. Ich diskutiere zu viel. Vorwurf vom Vorgesetzen, ich soll einfach Zitat: Die Fresse halten, ein Soldat diskutiert nicht...

Gut, bin ich eben kein Soldat, ich nehme nicht alles still hin. Egal was passiert, ich werde mich niemals mehr verstellen. Selbstverständlich habe ich salop gesagt die *Arschkarte* gezogen. Ich bin allen Vorgesetzen ein Begriff, bin technisch nicht gerade versiert, falle oft negativ auf. Mir ist es egal, so triffts wenigstens mich und keine Anderen. Mal wieder instinktives Sozialverhalten? Immerhin bin ich ein recht guter Schütze. Um mal ein paar Beispiele zur Rebellion aufzuzeigen *lach*: Schießposition: Stehend angestrichen. Dabei stützt sich der Soldat z.B an einer Hauswand ab, lugt rechts am Vorsprung vorbei und legt die Waffe auf den abgespreizten linken Daumen auf. Frage eines Kameraden: Was tun wir, wenn das vorbeischauen rechts nicht möglich ist und wir links schauen müssten? (da würde man ja folglich seine Deckung preisgeben und die Waffe müsste anders getragen werden.

Ich antworte: In so einem Fall heben wir einfach die weiße Flagge und ergeben uns, da wir nicht ausgebildet sind links an einer Deckung vorbeizuschießen. Der Vorgesetze Fahenjunker Kneuse kommt mit wutverzerrtem Gesicht auf mich zu:

Wenn sie noch einmal das Wort aufgeben verwenden, pumpen sie so viele Liegestütze, dass ihnen die Arme brechen. Ich konnte nicht mehr und musste lachen. Gefiel ihm gar nicht ^^.

Weiteres Beispiel: Antreten des Zuges, zwischen jedem soll ca. ein Ellebogen Platz sein. ich stehe zu weit entfernt. Wieder meint der Junker ob ich denn Angst vor meinem Kameraden hätte. Ich schaue ihn an, nicke und meine: Ja Herr Fahnenjunker. ..Diesmal wäre er fast explodiert.

Waffenreinigen: Alle müssen mit einem Stuhl und ihrem Reinigungsgerät vor der Stube antreten. Ich verliere meine Bürste und lehne mich leicht zurück um unter dne Stuhl blicken zu können wo ich die Bürste vermute. Stabsunteroffizier: Gehn sie von der Wand weg! Ich bin nicht an der Wand, suche meine Bürste. Gehn sie von der Wand weg, mann!! Ich suche meine Bürste!!! Er reißt meinen Stuhl weg, wirft ihn um und brüllt mich an, nie wieder zu widersprechen ^^

Oberfeldwebel Alt, ein lispelnder Funker, der nun bei den grenis gelandet ist. Wird von keinem wirklich ernst genommen. Muss sich durch ständiges herumnörgeln in Anwesendheit anderer Vorgesetzer profilieren. Privat ein ganz netter Mensch. Befehl: Stehen sie um punkt 13.48 vor dem Gebäude. Wir schauen auf die Uhr im Gang, es ist 42. um 44 stehn wir draußen. Wenig später der komplette Zug. (es sind keine 3 Minuten vergangen). Er blickt auf seine Uhr: Ess isst jetzt 13.50. Iss kann auch anderss... Schanuzt us  an. Keiner sagt was, obwohl wir alle zur korrekten Zeit drauße waren. Ich kann mal wieder meine Klappe  nicht halten und äußere mich: Zur Verteidigung herr Oberfeldwebel. Laut öffentlicher Uhr im Gang sind wir alle pünktlich. Er schaut mich verärgert an. Wass erlauben ssie sich? Wenn iss ssage es ist 50 dann ist es so. Sie müssen sich nach MEINER Uhr richten. Aber, Herr Oberfeldwebel, ich habe keine Möglichkeit auf Ihre Uhr zu blicken, da sie diese doch am Mann tragen. er überlegt kurz... Dann hätten sie eben umrechnen müssen als ich ihnen vor 4 Stunden die Uhrzeit gesagt habe..

Ich dachte mein Schwein pfeift und lachte ihn mich hinein, sowas dämliches hatte ich ja noch nie gehört!

28.10.06 15:30
 


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